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Programm „ICT-Berufsbildung Schweiz“

Der Verein Swiss IT Leadership Forum hat beschlossen, als einmalige Initiative und Selbsthilfemassnahme das Programm „ICT-Berufsbildung Schweiz“ zu initialisieren.

Warum das Programm „ICT-Berufsbildung Schweiz“?

Der ICT-Sektor leistet mit fünf Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) einen wichtigen Beitrag zu Produktivität, Wachstum und Beschäftigung in der Schweiz. Der noch junge Sektor ist in den letzten 30 Jahren – parallel zur Entwicklung der Computertechnologie – rasant gewachsen. Entsprechend hat sich die Zahl der als Informatiker arbeitenden Erwerbstätigen seit 1970 vervielfacht. Heute arbeiten je nach Quelle und Definition zwischen 120'000 und 220'000 InformatikerInnen in der Schweiz. Gemäss aktuellen Umfragen von ICTswitzerland finden Wirtschaft und Verwaltung aber nach wie vor nicht genügend qualifizierte InformatikerInnen in der Schweiz. Auch Initiativen wie das Jahr der Informatik - informatica08 - konnten die Gefahr nicht bannen.

Gleichzeitig ist ein dramatischer Rückgang der Absolventenzahlen in der höheren Berufsbildung zu beobachten: Zwischen 2004 und 2008 haben sich die Abschlüsse bei den eidg. Fachausweisen und den eidg. Diplomen in Informatik nahezu halbiert. Ein weiteres schwerwiegendes Manko zeigt sich in der mangelnden Anpassung der Berufsbilder sowie der Lerninhalte und -formen an die Erfordernisse von Industrie und Verwaltung.
ICTswitzerland geht von einem Bedarf an 5'000 bis 6'000 Informatik-Fachkräften pro Jahr in der Schweiz aus (Berufsbildungs- und Hochschulstufe). Nach dieser Rechnung fehlen 1'500 bis 2'500 InformatikerInnen in der Schweiz – pro Jahr.

Was sind die Ziele des Programms “ICT-Berufsbildung Schweiz“?

Mit dem Programm „ICT-Berufsbildung Schweiz“ soll dem Fachkräftemangel im Berufsfeld der Informatik gezielt entgegengewirkt werden. Das Programm soll den Ansprüchen aller Branchen genügen, vom KMU bis hin zur Grossindustrie, und somit der gesamten Volkswirtschaft einen echten Mehrwert bringen.

Mit einer Analyse des IT-Berufsfeldes und einer Erhebung des quantitativen Bedarfs wird der Dachverband ICTswitzerland die Grundlagen für die Konzeption und Implementierung einer nachhaltigen und ganzheitlichen ICT-Berufsbildung in der Schweiz ebenso erarbeiten wie jene für die bessere Qualifizierung der IT-Fachkräfte für den Arbeitsmarkt.

Ziel der Aktion ist die nachhaltige Professionalisierung der Informatik-Berufsbildung in der Schweiz. So sollen die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden, damit möglichst vielen Jugendlichen und Quereinsteigern eine attraktive Lehre mit anschliessender anerkannter beruflicher Weiterbildung im zukunftsträchtigen Informatikbereich angeboten werden kann. Nationalrat Ruedi Noser, Vizepräsident von ICTswitzerland, möchte mit dem Programm „ICT-Berufsbildung Schweiz" bis 2015 „über tausend neue Lehrstellen schaffen“ und setzt sich und seiner Dachorganisation damit ein ehrgeiziges Ziel.

Wer steht hinter dem Programm „ICT-Berufsbildung Schweiz“?

Es bestehen bereits verschiedene regionale Organisationen der Arbeitgeber von IT-Fachkräften. Gemeinsam mit weiteren interessierten Kreisen und mit ICTswitzerland sollen diese bis Ende Jahr eine vom Bund anerkannte nationale „Organisation der Arbeitswelt“ (OdA) bilden. In einer solchen OdA werden Bildungsinhalte definiert, Berufsqualifikationen vermittelt und Ausbildungsplätze bereitgestellt. Ihre Grundlage ist das neue Berufsbildungsgesetz. Die Leitung dieses Projektes hat Andreas Kaelin, Präsident des Swiss IT Leadership Forums.

Wichtige Partnerin des Projekts ist die Credit Suisse als eine der globalen und schweizweit führenden IT-Organisationen der Finanzindustrie. Mit über 4'000 IT-Mitarbeitenden in der Schweiz ist die Credit Suisse zudem einer der grössten und bedeutendsten Arbeitgeber und Partner im Informatikbereich. Die Credit Suisse beteiligt sich auch massgeblich an der Finanzierung des Projekts.